Fast ein Jahr Nissan Leaf – Was nun?

Vor etwas mehr als einem Jahr, stand ich vor der Entscheidung, mit welchem Fahrzeug ich meinen Firmenwagen ersetzen sollte, den ich auf Grund eines Betriebsübergangs abgeben musste. Die Reise startete mit der Überlegung eines Verbrenners, nur was sollte das sein? Einen Golf VII GTD zu ersetzen und dabei nicht täglich frustriert im Auto zu sitzen ist nicht leicht. Wie es dann zur Entscheidung Leaf gekommen ist könnt Ihr im Beitrag http://nordsuedblog.de/blog/2018/11/29/abenteuer-emobility/ nachlesen. Nun fast ein Jahr nach dem wir den Leaf in Leipzig abgeholt hatten, stellt sich nun die Frage, wie es denn nun weiter geht.

Eigentlich wollten wir mit Blogbeiträgen noch erzählen, wie es uns mit dem Leaf erging, aber wie es so oft ist im Leben, haben besonders mich andere Dinge beschäftigt. Nun denn, kurz zusammengefasst gab es allerdings auch nicht viel zu erzählen, das Auto fährt wie jedes andere auch und macht auch wegen seiner tollen Fahreigenschaften immer noch spaß ohne Ende. Auch belegte Ladesäulen gab es in dem Jahr fast keine und es waren meist angenehme Alternativen zu finden.

Schade finde ich, dass unser Energieversorger vor Ort zwar einige Ladesäulen anbietet, aber genau die, die man mit diversen Ladekarten nutzen könnte und es ist leider nur eine, wird von den eigenen Servicefahrzeugen als erstes belegt und so muß man dort beim Laden immer wieder auf eine separate App zurückgreifen, welche zwar mit Paypal nutzbar ist, die Verbindung funktioniert hier leider nicht immer zuverlässig.

Ein kleines Problem ergab sich beim Leaf allerdings, plötzlich ging während des Fahrens nicht nur der Eco-Modus aus, sondern auch das e-Pedal. Das ist gerade in schwierigen Verkehrssituationen etwas unangenehm, weil man ab dem Zeitpunkt aktiv bremsen muss und sich nicht mehr auf die Rekuperation des Fahrzeuges verlassen kann.

Generell hat sich allerdings auch gezeigt, dass ein Elektroauto günstiger und angenehmer zu fahren ist als jeder Verbrenner. Natürlich haben Verbrenner auch ihre Vorteile, gerade wenn man mit mehreren Jugendlichen auf eine Freizeit fährt, denn die Elektrische Lösung für 9er Kleinbusse ist leider noch nicht in einer Reichweite zu haben, mit der man solche Touren sinnvoll gestalten könnte. Ein Nissan e-NV200 (7-Sitzer) hat lediglich 150 – 200 km Reichweite und muss dann 30 – 60 Minuten an die Ladesäule und das könnte mit Kinder und Jugendlichen bei längeren Touren doch mehr Aufwand bedeuten. Über näheres zu dem Thema werde ich sicher noch einen Artikel verfassen.

So nun geht es in die nächste Runde zur Auswahl stehen, den Leaf kaufen, den Leaf weiter mieten oder was anderes kaufen(oder leasen). Alles dazu versuche ich in den nächsten Tagen in eigenen Artikeln zusammen zu stellen und vielleicht wage ich mich dann auch an den ersten vlog mit meiner neuen Olympus pen.

Abenteuer eMobility

Im Dezember ist es soweit, es sind vier Jahre vergangen und ich muss mich von meinem tollen Firmenwagen einem Golf GTD verabschieden. Da im Moment eine Neubestellung nicht möglich ist, muss ich mich nach einer alternativen Lösung umsehen.

Der Golf GTD kurz nach der Übernahme.

Durch die ganze Dieseldiskussion angeregt, begann ich vor einigen Wochen damit mich Hybrid Lösungen zu beschäftigen. Kurze Zeit später saß ich auch schon in einem Toyota C-HR und fuhr dabei auch das Erste mal eine kurze Strecke elektrisch. Diese kurze Strecke war, wie eine Initialzündung. Toller Motorsound, wie der GTD im Sportmodus ihn auch bietet, ist eine Sache, rein elektrisch ohne große Geräuschentwicklung durch die Gegend gleiten eine andere. Beides hat was, im Alltag jedoch ist elektrisch wesentlich entspannender.  Und so verbrachte ich auch den größten Teil der Probefahrt damit möglichst viel elektrisch zu fahren, in einem reinem Hybriden eine große Herausforderung, die ich denke sehr gut meistern konnte. Die Anzeige zeigte am Ende ca. 70% Nutzung des E-Motors.

Unterwegs im C-HR


Nachdem ich nun mit dem „Elektrovirus“ infiziert war, suchte ich nach Möglichkeiten länger elektrisch zu fahren. Und so ging es zu einer Probefahrt mit einem Kia Niro Plugin-Hybrid (PHEV) und einem Kia Soul EV.  Von da an stand fest mindestens Plugin muss es sein. Plugin-Hybride haben allerdings relativ kleine Akkus und sind meist nicht fähig schnell zu laden, was dazu führt, dass man, sofern die Lademöglichkeit in der Garage, nicht gegeben ist, sehr schnell doch wieder nur mit dem Verbrenner unterwegs ist. Ein Grund mehr rein elektrisch zu fahren, da man diese Fahrzeuge auch an Schnellladern laden kann und durch den größeren Akku dies auch nicht jeden Tag machen muss. So hat ein Niro PHEV eine angegebene Reichweite von ca. 58 km rein elektrisch und ein Soul EV 250 km Reichweite. In der Realität werden diese Werte eher nicht erreicht, das kennt man auch von reinen Verbrennern und ist natürlich auch nur ein Kriterium um die Fahrzeuge besser vergleichen zu können. Beim Niro, springt zum Beispiel im Winter der Verbrenner an, wenn man die Heizung aktiv hat und unterstützt den Elektromotor beim Heizen des Innenraums, so dass man zwar Primär elektrisch fährt, aber dennoch weiter Benzin verbraucht, damit ist dann erstmal die rein elektrische Reichweite eher theoretisch.

Kia Niro

Da stand ich nun beim Händler und hätte den Soul am liebsten direkt mitgenommen, wenn da nicht so Kleinigkeiten wären wie ein kleiner Kofferraum und der, durch die wirklich ansehnliche Kastenform, sehr schlechte cw-Wert und damit relativ hoher Verbrauch, nicht potential zum noch mal darüber nachdenken geboten hätte.

Kia Soul

Auf der Suche nach weiteren Informationen bin ich dann auf diverse bekannte YouTuber der Szene gestoßen vor allem die Videos von voccmoccer hatten es mir angetan, da er mit seinem Soul EV genau mein Wunschmodel hatte und ich so sehr schnell an Informationen aus der Praxis ran kam. Über das goingelectric Forum  konnte ich weitere Informationen sammeln und sinnvolle Alternativen suchen, die ebenfalls getestet werden mussten. Doch zu erst folgte noch die Fahrt in einem Plugin-Hybrid der etwas anderen Art.

Der BMW 225xe i-drive ist ein Plugin-Hybrid, der seinen Verbrenner auf der Vorderachse hat und den Elektromotor auf der Hinterachse hat, quasi also ein Allradantrieb, der die Vorteile aller Antriebskonzepte bietet. Hätte ich nun in meiner Garage einen Stromanschluss, hätte dieser Wagen durchaus eine Chance gehabt, aber so schlägt die Sache mit irgendwann nur noch mit Verbrenner fahren hier auch zu, zumal die elektrische Reichweite mit ca. 35 km auch noch deutlich geringer ist.

Als nächstes ging es mit dem Nissan Leaf 2 auf Tour.  Nissan gilt ja als einer der Pioniere der e-Mobilität und hat mit dem Leaf schon 2010 ein Fahrzeug der Kompaktklasse vorgestellt, dass mit 160 km Reichweite ein durchaus stimmiges Konzept für den Alltag in der Stadt bot.  Für die zweite Generation wurden dann einige Neuerungen wie Assistenzsysteme, eine größere Batterie und ein stärkerer Motor hinzugefügt. Alles in allem ein sehr gutes Paket, welches leider auch einige Schwächen beinhaltet. Dennoch die Probefahrt konnte überzeugen und brachte den Leaf ZE1 auf die Liste.

Unterwegs im Leaf 

Den Abschluss bildete nun der Hyundai Ioniq, ein Auto das auffällt und durch seinen geringen cw-Wert ein Reichweitenwunder ist. Außerdem ist er in allen elektrischen Varianten (Hybrid, Plugin-Hybrid, rein elektrisch) erhältlich. Mit modernem Innendesign und guten Fahrleistung überzeugt er bei der Probefahrt.

Probefahrt Ioniq

Insgesamt keine leichte Entscheidung, vor allem, wenn man nicht zu Hause laden kann. Die Entscheidung erleichtert die Firma NextMove, die e-Autos verleiht und gerade für den Leaf ein sehr gutes Angebot hat, dem ich nach einiger Überlegung nicht ablehnen konnte und somit fahre ich ab Mitte Dezember, für ein Jahr, einen Nissan Leaf 2.